Das Kulturarchiv Oberengadin ist eine öffentliche Institution, die Dokumente, Bildmaterial und Objekte zur Kultur der Engadiner Bevölkerung sammelt und interessierten Kreisen zur Verfügung stellt. Seit der Gründung des Vereins Kulturarchiv Oberengadin/Archiv culturel d’Engiadin’Ota im Jahr 1988 konnten Hunderte von Nachlässen und Schenkungen über Kunst, Architektur, Sprache, Musik, Naturkunde usw., entgegengenommen werden. In der Chesa Planta befinden sich die Archiv-Depots und die wunderschöne Büroräumlichkeit. Das Kulturarchiv Oberengadin ist durch private Initiative entstanden und der Verein Kulturarchiv Oberengadin ist für die Institution verantwortlich. Die Oberengadiner Gemeinden, der Kanton, der Bund, Stiftungen und Private unterstützen das Archiv finanziell.
Ab dem 27. April bis 31. Oktober 2023 widmet das Kulturarchiv Oberengadin dem Thema «Gäste- und Tagebücher» eine kleine Ausstellung. Das Engadin hat die Menschen seit jeher inspiriert, ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen aus dem Tal in kunstvollen Tagebüchern niederzuschreiben. Neben diesen persönlichen Erinnerungsstücken werden in der Ausstellung auch «Arbeitstagebücher» wie etwa Lawinen-, Jagd-, Handwerk-, oder Meteorologie Tagebücher präsentiert. Auch Reisetagebücher von Engadiner*innen, Poesie-, Traum- oder Erinnerungsberichte finden einen Platz. In den Gästebüchern wurden die Personalien der übernachtenden Hotelgäste nachgeführt und teils mit Zeichnungen und Anekdoten ergänzt. So kann bis heute nachgeforscht werden, wer sich wann, wo und mit wem im Engadin zur Kur und Erholung getroffen hat.
Das Kulturarchiv Oberengadin zieht per Ende 2023 von der Chesa Planta in Samedan in die neu renovierte Chesa Planta in Zuoz um. Die Chesa Planta in Zuoz befindet sich seit 1942 im Eigentum des Stiftungsfonds der Familie von Planta und wird derzeit renoviert. 50 % der Hausfläche werden durch das Kulturarchiv belegt, während die andere Hälfte für Wohnungen genutzt wird.