Der von Bruno Giacometti für das Eidgenössische Zollamt in Castasegna entworfene Zollpavillon wurde 1958-1959 als Folge des wachsenden Grenzverkehrs errichtet. Er steht am Dorfausgang des Grenzorts kurz vor der Brücke über den Lovero-Bach. Die aus Kragarmen und Unterzügen bestehende Betonkonstruktion bildet eine tischartige Plattform für den mit roten Aluminium-Paneelen verkleideten Solitärbau, der über der steilen Böschung zu schweben scheint. Der Schwebezustand wird durch das polygonale Flachdach verstärkt, das auf vier schlanken Metallstützen ruht und durch ein umlaufendes Fensterband vom Baukörper abgesetzt ist. Ein bis unter den Strassenraum reichendes Betonfundament bildet ein Gegengewicht, so dass der statische Schwerpunkt im Bereich der verglasten Strassenfassade liegt. Das weisse Holzskelett und die roten Paneele ergeben ein Vexierbild, das zwischen der Schweizer Flagge und dem Schutzzeichen des Roten Kreuzes changiert. Der Zollpavillon zählt zu den wenigen Bauten Giacomettis, an dem die Farbe als effektvolles Gestaltungsmittel wirkt.